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Babys, Kleinkinder und Kinder bekommen Kontaktlinsen in der Regel aus medizinischen Gründen verordnet. Aus rein kosmetischen Gründen werden Kontaktlinsen bei Kindern erst ab dem 10. Lebensjahr verschrieben.
Kontaktlinsen können bei Kindern zum Einsatz kommen, wenn die Hornhaut durch einen Fremdkörper verletzt wurde, was zu einem deutlich schlechterem Sehen führen kann. Weiterhin werden Kontaktlinsen bei Kindern verordnet, deren Kurzsichtigkeit sehr stark und schnell zunehmend ist (fortschreitende Myopie). Wenn die Kinder sehr klein sind, ist es äußerst wichtig, dass den Augen ein gutes Sehen ermöglicht wird, damit sich das Sehen überhaupt entwickeln kann (sensible Phasen der Sehentwicklung).
Die meisten Babys oder Kleinkinder, die schon Kontaktlinsen benötigen, sind Kinder die mit einem frühkindlichen Grauen Star (Kongenitale Katarakt) geboren werden, oder diesen im Laufe der ersten Lebensmonate entwickeln. Jedes Jahr werden in Deutschland etwa 200 Kinder mit (meist einseitigem) Grauen Star geboren.
Bei Babys mit einem angeborenen Grauen Star wird, möglichst schon wenige Tage nach der Geburt, bzw. der Diagnose, die trübe Augenlinse entfernt. Da das Auge aber noch viele Jahre wächst, wird bei diesen Kindern im allgemeinen noch keine künstliche Linse (Intra Okulare Linse), wie sonst bei Erwachsenen üblich, in das Auge implantiert. Die Linsenlosigkeit wird "Aphakie" genannt
Damit diese Kinder das Sehen auf diesem Auge überhaupt lernen, müssen sie kurz nach der Operation mit Kontaktlinsen versogt werden. Wenn das "Sehen lernen" nicht erfolgt, dann wird das Auge "amblyop" (Amblyopie = Schwachsichtigkeit). Je nach Familiensituation, Alter des Kindes und Augenbefund können spezielle weiche oder formstabile Kontaktlinsen zum Einsatz kommen. Diese Kontaktlinsen müssen ganz genau auf die kleine Hornhaut angepasst werden:
Alle Kontaktlinsen müssen beweglich angepasst werden, das heißt, es muss zu einem Tränenaustausch unter den Linsen kommen.
Häufig kommt bei Babys und Kleinkindern in den ersten Monaten eine extrem sauerstoffdurchlässige weiche Kontaktlinse zum Einsatz, die „Silsoft“ (früher "Silflex"). Sie kann zunächst über einen längeren Zeitraum (bis zu 4 Wochen) auf dem Auge gelassen werden, bis sie gereinigt und am nächsten Tag wieder eingesetzt wird. Über einige Wochen oder Monate wird die Linse gut vom Auge akzeptiert, bis es dann zu ständigem Verschmieren, Festsaugen und letztendlich Reizungen oder Entzündungen am Auge kommt. Auch ein tägliches, regelmäßiges Reinigen oder der Austausch der Silsoft hilft dann meist nur kurzfristig, da die Linse nur in begrenzter Form- und Größenvielfalt lieferbar ist.
Eine sinnvolle Alternative stellt dann die formstabile Kontaktlinse dar. Sie ist absolut individuell anpassbar, ebenfalls hypersauerstoffdurchlässig und gut verträglich.
Die Dioptrienwerte der Kontaktlinsen sind anfangs sehr hoch und nehmen dann im Laufe der Monate ab (weil das Auge wächst). Sie müssen ständig angeglichen werden. Das andere, nicht operierte Auge, muss für eine bestimmte Zeit am Tage abgeklebt (okkludiert) werden, damit das schlechtere Auge das Sehen erlernen kann.
Babys und Kleinkinder gewöhnen sich, im Gegensatz zu Erwachsenen, wesentlich schneller und leichter an Kontaktlinsen. Sie brauchen, je nach Linsentyp häufig nur wenige Stunden oder Tage hierfür.
Kinder sind sehr lebendig, so ist es nicht auszuschließen, dass die Kontaktlinse manchmal im Auge verrutscht, herausfällt, kaputt oder sogar verloren geht. Die Eltern werden über die entsprechenden Maßnahmen bei Abgabe der Linsen genauestens informiert. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten im allgemeinen auch bei Verlusten oder Defekten.
In den ersten Jahren übernehmen die Eltern das Handling der Linsen. Dazu gehört das regelmäßige Ein- und Aussetzen und die Pflege. Mit Geduld und Ruhe weisen wir die Eltern hierin ein und bauen zusammen mit Ihnen Ängste und Unsicherheiten ab. Im Laufe der Zeit lässt sich eine verlässliche und für das Kind schonende Routine entwickeln. Manchmal ist es für das Kind auch stressfreier, die Kontaktlinsen ein paar Minuten nach den Einschlafen aufzusetzen oder herauszunehmen.
Wenn die Kinder größer geworden sind, wollen sie ihre Angelegenheiten meisten alleine regeln. Mit 5 bis 7 Jahren können die meisten Kinder ihre Kontaktlinsen alleine Ein- und Aussetzen. Die Pflege sollten allerdings weiterhin noch einige Zeit die Eltern übernehmen.
Wenn die Augen ausgewachsen sind, wird in den meisten Fällen eine künstliche Linse in das betroffene Auge implantiert.
Durch unsere Spezialisierungen hat das Wahrendorf-Team auf dem Gebiet der Baby- und Kleinkinder- Kontaktlinsenanpassung langjährige Erfahrungen. Wir nehmen uns viel Zeit für Ihre „Kleinen“ und begleiten Ihre Familie ein langes Stück des Lebens. Viele „unserer“ ehemaligen Babys oder Kleinkinder sind inzwischen Lehrlinge oder Studenten. |