Sklerallinsen sind die Vorläufer der formstabilen Kontaktlinsen. Es gibt sie schon seit mehr als 100 Jahren. Sie liegen, wie der Name sagt, auf der Sklera (der Lederhaut des Auges) auf und bedecken damit fast den gesamten vorderen Augenabschnitt. Sie erfüllen dieselbe Funktion wie Kontaktlinsen:
Zwischen Hornhaut und Sklerallinsen- Rückfläche befindet sich Tränenflüssigkeit, so dass ein stabiler optischer Seheindruck entsteht. So können auch sehr komplizierte Hornhautformen, die mit Kontaktlinsen nicht mehr zufriedenstellend korrigiert werden können, optisch ausgeglichen werden:
So kann zum Beispiel die Sehschärfe auch bei sehr weit fortgeschrittenem Keratokonus oder bei deformierten Hornhäuten nach Operationen bzw. Hornahaut- Transplantationen sehr stark gesteigert werden.
Sklerallinsen werden heute aus hypersauerstoffdurchlässigen Materialen hergestellt, so dass trotz der Hornhautabdeckung kein Sauerstoffmangel entsteht. Sie sind auch äußerst angenehm zu tragen, weil die Hornhaut (welche die schmerzempfindlichen Nerven aufweist) kaum berührt wird.
Trotzdem finden Sklerallinsen in Deutschland, im Gegensatz zu einigen anderen Ländern, sehr selten Anwendung, da das Wissen um die Anpassung dieser Linsen weitestgehend ausgestorben ist und spezielle Kenntnisse dafür erforderlich sind. Ein weiterer Grund für den geringen Einsatz von Sklerallinsen könnte in dem sehr hohen Niveau der Versorgungen mit Kontaktlinsen und der Hornhautchirurgie liegen. Heute erfahren Sklerallinsen wieder eine Renaissance.
Das Wahrendorf-Team passt Sklerallinsen an, wenn mit Kontaktlinsen kein ausreichender Visus mehr erreicht werden kann, mit Kontaktlinsen kein guter Linsensitz oder keine gute Verträglichkeit mehr erzielt wird, bzw. eine nötige Hornhauttransplantation aus bestimmten Gründen nicht durchgeführt werden kann oder unerwünscht ist. |